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Joseph Bernhart

Der aus Ursberg stammende Joseph Bernhart zählt unbestritten zu den bedeutendsten Denkern aus Bayerisch-Schwaben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben seinen theologischen, philosophischen und kulturgeschichtlichen Arbeiten hat er ein umfangreiches dichterisches Werk hinterlassen, das in seiner Gesamtheit bis heute noch nicht hinlänglich gewürdigt wurde.

Erkenntnis und Liebe, so heißt es in einer aus dem Nachlass von Bernhart erstmals in Buchform veröffentlichen Legenden, seien die Flügel, deren der Mensch bei seinem Flug durch die Zeit und über die Zeit hinaus bedürfe. Vielfältig sind Bernharts Beiträge, die Mitmenschen auf ihrem Weg durch die Zeit zu beflügeln. Bernharts Gedanken zu Bildung und Erziehung, seine geschliffene Sprache, seine tiefe Liebe zur deutschen Sprache, seine Kunst, Vorgänge, die sich in der Tiefe der Menschenseele abspielen, auf die schlichteste Weise im Erzählvorgang erkennbar zu machen, gehören zweifelsohne zu den Eigenheiten und Lebensleistungen Bernharts, die ihn zu einem idealen Namenspatron einer Bildungseinrichtung machen, wie sie die Fachakademie für Sozialpädagogik in Krumbach eine ist.

8.8.1881 Geburt in Ursberg / Schwaben

1887 – 1900 Besuch der Volksschule und des Humanistischen Gymnasiums München

1900 – 1904 Studium der Philosophie und Theologie an der Universität München

1904 – 1907 Priesterweihe, Kaplan in Markt Wald, Tandern, Hollenbach und Neuburg/Do.

1907 – 1908 Sekretär der “Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst” in München

1910 Theologische Promotion in Würzburg

1910 – 1911 Benefiziat in Murnau

1911 – 1912 Philologisches Studium an der Universität Jena

1913 Verheiratung mit Elisabeth Nieland in London

– Freier Schriftsteller in Berlin

1914 – 1917 in Gräfelfing

1917 in München

1920 – 1928 Zweitwohnung auf dem Gailenberg bei Hindelang

1928 Philosophische Promotion in Würzburg

1934 in Türkheim/Wertach

1943 Tod der Frau und Mitarbeiterin

1948 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

1949 Mitglied der Societa Europea di Cultura Venise

1952 Honorarprofessor für mittelalterliche Geistesgeschichte an der Universität

München

1956 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1959 Bayerischer Verdienstorden

1961 Ehrenbürger von Türkheim

21.2.1969 Tod in Türkheim